feed2list bookmarks · · · · · ·
 
CHIP Community-Blog
website CHIP Community-Blog
Der Community-Blog von CHIP Online
feed text CHIP.de Toolbar
Mon, 02 Aug 2010 15:39:10 GMT

Liebe CHIP Online-Nutzer,

als Betatest-Teilnehmer der CHIP.de-Toolbar hatten Sie die Möglichkeit, vorab unsere brandneue Browser-Erweiterung zu testen.

Hier wollen wir von Ihnen wissen, wie Ihnen die CHIP.de-Toolbar gefällt und welche Funktionen Sie sich für künftige Versionen wünschen.

Geben Sie Ihre Meinung direkt im Kommentarfeld unter diesem Blogeintrag ab.

Schöne Grüße,
das CHIP Online-Team

Verwandte Beiträge:

  1. Eure Ideen für die CHIP Community
  2. CHIP & Xonio: Die Gewinner der Meinungsaktionen
  3. Neuer Preisvergleich bei CHIP Online




Wir bieten ab 01.09.2009 die Möglichkeit in unserem Unternehmen eine Ausbildung zur Fachinformatikerin / zum Fachinformatiker – Anwendungsentwicklung zu absolvieren.

Nähere Infos gibt es hier:

http://forum.chip.de/chip-online/ausbildungsplatz-fachinformatiker-anwendungsentwicklung-1177899.html

Edit 08.07.09:

Die Stelle ist inzwischen vergeben

Verwandte Beiträge:

  1. TEAC MP-500: Unser Dank an die CHIP-Experten
  2. Gesucht: Features für CHIP.de
  3. Gewinnspiel: MX Revolution für Eure Tools




text CHIP Forum: Wartungsarbeiten am 5. Mai 2009
Mon, 04 May 2009 21:13:19 GMT

hires_image1-150x150Liebe Community,

wegen eines Updates ist das Forum morgen früh, am 5. Mai w009,  ab ca. 04:00 Uhr für knapp eine Stunde geschlossen.

Vielen Dank für Euer Verständnis!

herzlichst,
das Community-Team

Verwandte Beiträge:

  1. Wartungsarbeiten download.chip.eu
  2. Hallo Forum – hier bekommt Ihr Asyl!
  3. Ankündigung: Wartungsarbeiten 31.07.07




Auf  Chip.de und Xonio.com können Nutzer schon seit längerem Ihre Meinung zu Produkten schreiben und so andere Käufer bei der Kaufentscheidung beraten. Neben den Tests der Redaktion tritt so auch die breite Erfahrung der vielen Nutzer unseres Portals in den Vordergrund. In der letzten Wochen hat das Community-Team in Zusammenarbeit mit den Redaktionen neue Meinungsaktionen im CHIP und Xonio Forum gestartet. Heute stehen die Gewinner der beiden Aktionen fest.

chipmeinungCHIP Forum – Die Gewinner der Netbook-Meinungsaktion sind…

Crow1985
BadRequest

und haben jeweils ein Acer Aspire One D150 "CHIP Online Special Edition" gewonnen.

xonioabendteuerXonio Forum – Die Gewinner der Abenteuer-Geschichten sind…

derda888
chevchelios
pisato
pcfreak
ProHunter

und haben jeweils ein Soundsystem Empire Platinum PS 2020 gewonnen.

Herzlichen Glückwunsch an alle Gewinner!

Wir möchten uns aber auch bei alle anderen Teilnehmern für ihre vielen und tollen Meinungen bedanken. Seid nicht traurig, es werden noch weitere Aktionen mit tollen Preisen folgen.

herzlichst,
das Community-Team

mehr Informationen:
Gewinner der Netbook-Meinungsaktion
Meinung schreiben und Netbook gewinnen
Abenteuerbericht über Handy und Lautsprechersystem gewinnen
Gewinner von Abenteuerberichte über Handy

Verwandte Beiträge:

  1. Community-Rückblick 2: Die Gewinner der letzten Aktionen
  2. Meinung schreiben und Netbook gewinnen
  3. Die Osterhasen sind auf dem Weg




text Meinung schreiben und Netbook gewinnen
Thu, 23 Apr 2009 16:13:53 GMT

aceraspirinIn der aktuellen CHIP Community Meinungsaktion könnt Ihre eines von zwei Acer Aspire One D150 "CHIP Online Special Edition", mit einer deutlich längeren Akkulaufzeit, gewinnen. Was müsst Ihr dafür tun? Schreibt bis einschließlich den 3. Mai 2009 eine Meinung zu einem Netbook Eurer Wahl und postet den Link in den Aktionsthread. Bitte denkt daran, dass es ein Netbook sein soll und nicht Notebook. Viel Glück!

Alle Informationen findet Ihr HIER

Verwandte Beiträge:

  1. CHIP & Xonio: Die Gewinner der Meinungsaktionen
  2. News schreiben und XDA terra gewinnen!Alles zum neuen Handy-Scout-Forum
  3. News schreiben und Intel Core 2 Extreme QX6850 gewinnen! – Alles zum neuen Forum IT-Scouts




text Die Osterhasen sind auf dem Weg
Wed, 22 Apr 2009 10:52:16 GMT

schokohasenOstern ist vorbei, aber für unsere 25 Gewinner der Norton Heroes Osteraktion im CHIP-Forum noch nicht. In unsere Community Osteraktion hat Bibliothomas zehn gelbe Ostereier mit Zahlen versteckt. Um eines der Osertüten zu gewinnen, mussten die User uns die Links zu den jeweiligen Threads mit dem Ei per Mail zukommen lassen. Nun erhält jeder der Gewinner in den nächsten Tagen den versprochenen goldenen Osterhasen (Bild links) vom Community-Team zusätzlich der Norton Heroes Tasche.

Als Beweis, dass die Schokohasen auch wirklich dabei sind. Gibt es ein Foto von unserer Community-Fee Jessica, wie sie die Schokohasen alle liebevoll für Euch verpackt hat.

jessi_osterhasen_2

An der riesigen Teilnehmerzahl konnten wir sehen, dass die Aktion vielen Usern großen Spaß bereitet hat und dem Community-Team natürlich auch.

Herzlichen Glückwunsch an alle Gewinner!

Lasst es Euch schmecken.

Wir sagen: "Lieben Dank Euch!"

Herzlichst, das Community-Team

Die Liste der Gewinner findet Ihr in diesem Thread.

Verwandte Beiträge:

  1. CHIP & Xonio: Die Gewinner der Meinungsaktionen
  2. Summer in the City: Hier sind die Gewinner
  3. Gewinnspiel: Tools der CHIP-Leser




text Der Community Blog ist wieder da
Wed, 22 Apr 2009 10:45:31 GMT

Liebe Community!

Bibliothomas und NickelPic werden Euch wieder aktiv aus dem Communty Leben berichten. Wir freuen uns auf viele Besuche, Feedbacks und Kommentare von Euch.

herzlichst
das Communtiy-Team

Verwandte Beiträge:

  1. Community-Blog wieder zum Leben erwecken
  2. Neu bei CHIP – Community
  3. Community-Blog reloaded




text Google Mail Handbuch kostenlos herunterladen
Sat, 16 Aug 2008 19:11:41 GMT

google mail handbuchEine hübsche Kooperation hat da unsere Download-Abteilung ausgehandelt. Kostenlos gibt es das eBook zu Google Mail zum Download zu haben. Darin steht alles Wissenswerte zu diesem Mail-Netzwerk.

Aus der Beschreibung: Google Mail" zeigt die komplette Einrichtung des Kontos und den späteren Umgang mit neuen Nachrichten und dem Postfach. Zudem erklärt es das Anlegen eines Spam-Filters und der Kontaktdatenbank. Weiter werden Features wie Chatten erläutert und Insider-Tipps gegeben."

Zum Download: Google Mail Handbuch

Verwandte Beiträge:

  1. Google Trends for Websites und Google Ad Planner werden (w)richtig und konkurrenzfähig
  2. Praxis-Lexikon Community: Google-Besucher
  3. Microsoft-CEO Ballmer über YouTube und Google




Die Internet World Business hat heute einen lesenswerten Artikel veröffentlicht mit dem Thema "Acht Praxistipps für erfolgreiches Community-Management".

Dabei bezieht sich der Autor auf ein Paper der Beeline Labs in Detroit. Diese vier Seiten empfehle ich jedem im Original dringend.

Hier daraus die acht Regeln:

1. Start with the end in mind: "Start with a business strategy, defining carefully what you want to accomplish through the community." "Invest most in the area that services your key business objective." "Be clear about the purpose of the community."

2. Focus on the value to the members: "Make sure you deliver real, special, unique, obvious value to the core group you’re hoping to attract." "Build the community around existing passion groups." "The core of the community needs to be of high value or interest to people, a focus worth contributing to." "Get insight into what motivates members to join the community; we found a different motivation than we hypothesized."

3. Don’t start with the technology: "Too often people get drunk with Web 2.0 tool
excitement and then try to push their business and customer goals into the wrong tool."

4. Keep it simple and intuitive: "Focus on the least common denominator first. Keep it easy to navigate with simple tools to use." "People are busy; they need information in brief, easy-to-scan bits they can quickly choose what is interesting to them and go right to it."

5. Keep it fresh and active: "Keep activity levels up, constantly add new content." "Think of how to create ‘events’ – what can you do to excite people and get them to share in the community." "Update regularly, find topics for discussion." "Content is king."

6. Have dynamic community leaders: "Make sure you devote enough time to managing the community; letting it fester is worse than not having it in the first place." "Participate but do not try to control. The community belongs to the people, not you."

7. Think through who to involve – or not. " Get commitment from top management and communicate, communicate, communicate." "Get Legal and PR to buy-in and help on
design, but keep them out of active management."

8. Get a passionate core of participants active before launching: "Make sure you have a committed core of passionate users before you launch." "You must have a critical number of high-quality participants to get the momentum going." "Beta test and seed before launch."

Verwandte Beiträge:

  1. Community-Rückblick 2: Die Gewinner der letzten Aktionen




"Ich habe 2000 followers, die jede Minute über jedes Detail meines Lebens informiert werden wollen!" schreit Adolf Hitler aka Bruno Ganz in dieser wunderbar politisch unkorrekten Parodie. Während im Hintergrund der deutsche Befehlston weiter schreit, läuft vorne eine exzellente Parodie von CrunchGear über Twitter.Darf man das? Man muss sogar, finde ich. Viel Spaß damit!

P.S. ich sollte mal einen Lexikon-Eintrag über "Follower" schreiben.

Verwandte Beiträge:

  1. Mein erster Anti-Fan
  2. Praxis-Lexikon Community: Inhabitant
  3. Praxis-Lexikon Community




text Der Handy-Podcast von Xonio wird Kult
Thu, 07 Aug 2008 14:18:01 GMT

Xonio Handy-PodcastWer eröffnet im Jahr 2008 eigentlich noch einen Podcast? Niemand! Wenn er aber kommt? Dann … - hey, der ist ja saukomisch!

Eigentlich wollte ich den Kollegen Chefredakteur von Xonio.com ein wenig veräppeln, weil er nun (erst) auf den audiophilen Web-Zug aufspringt. Aber einmal mehr lohnt es sich, genauer hinzuschauen respektive hinzuhören und auf den Inhalt und nicht auf die Form zu achten. Und Uwe Baltner ist einfach gut. Na, alles reden hilft hier nichts mehr, wer mag, hört einfach rein.

Hier abonnieren: Xonio 214 - Der Handy-Podcast

Inhalt der dritten Folge:

Im dritten Podcast geht es um hundertjährige Handy-Nutzer, den Knödeltenor Paul Potts und ein Nokia N95 8GB in der Waschmaschine. Außerdem erfahrt Ihr, wie das Sony Ericsson C905 mit 8-Megapixel-Kamera im Praxis-Test
abgeschnitten hat und warum das auf den ersten Blick wenig spektakuläre Nokia 6220 classic trotzdem ein Kauftipp ist.

In der iPhone-Abteilung gibt es diesmal einen iPhone nano zu Weihnachten - oder auch nicht, ein iPhone für 12.000 Euro und jede Menge Pappe.

Außerdem hat Apple eine neue Firmware fürs iPhone vorgestellt.

Und dann feiern wir noch eine Premiere: das erste Audio-Interview, das jemals bei Xonio erschienen ist. Gesprochen habe ich mit Vanessa Marchetti von dailyme.tv, einem Dienst, der TV-Sendungen und mehr in Podcast-Manier aufs Handy schickt.

Das Wichtigste: Vielen Dank an alle für Lob und Kritik zu den ersten Podcasts, ich habe versucht, einige Ratschläge beim dritten umzusetzen: Es gibt mehr Musik und weniger Ähs sowie ein Intro mit Bruce Willis.




Schöne Geschichte heute im neuen Medienportal "Meedia". Jens Schröder geht darin der Frage nach, ob die beiden Applikationen Google Trends for Websites und Google Ad Planner Aussagewert haben und damit zu gebrauchen sind. Obwohl beide sich noch im Lab-Stadium befinden, somit also noch nicht mal beta sind, treffen die beiden Anaylsetools recht gut.

In einer schieren Fleißarbeit addiert Schröder aus den Google-Einzeldaten eine Tabelle der wichtigsten Webseiten Deutschlands:
Meedia: Die wichtigsten Webseiten Deutschlands

Wir von Chip müssen dabei natürlich einen Satz erst mal verdauen: "Mit spiegel.de findet sich auch ein redaktionelles Angebot in der Top 25 - mit 5,10 Mio. Unique Visitors gleichauf mit myspace.com." Hallo? Ist chip.de kein redaktionelles Angebot? Zum Glück stimmt aber die Reihenfolge in der Liste dafür: Mit 6,7 Millionen Uniquen Usern liegt chip.de nach dieser Zählung fünf Plätze vor Spiegel, was Quatsch ist. Bei der Agof liegen wir mit 5,13 Millionen Uniquen Usern gleichauf, den Unterschied soll Google erstmal erklären.

Die Krake Google ist einfach gut

Gelungen ist die Analyse von meedia aus einem Grund: Sie trifft den Nagel auf den Kopf, dass sich Analyse-Dienste wie Nielen und Comscore einer neuen Konkurrenz entgegen sehen. Und wie gesagt: Google zeigt hier gerade mal den Lab-Status. Wir können darauf warten, dass soziodemographische Daten und kumulierte Daten das Angebot abrunden. Ganz nebenbei ist Google kostenlos, wie immer, an dieser Stelle.

Wollen wir das? Wollen wir, dass der Werbeauslieferer auch der Analyst ist? Ich zucke einmal mehr bei dem Gedanken tief zusammen.

Zu Google Trends for Websites




text Ich melde mich zurück
Mon, 04 Aug 2008 16:47:54 GMT

Noch immer geschwächt von den Folgen meiner Indien-Reise werde ich ab heute wieder hier über die Community-Arbeit berichten. Ich freue mich auf Euer Feedback.




Selten habe ich so eine schlechte Auswertung einer Studie gelesen wie diese. Martin Fisch von der ZDF-Medienforschung und Christoph Gscheidle von der BR-Unternehmensplanung und Medienforschung schreiben dort unter dem Titel "Mitmachnetz Web 2.0: Rege Beteiligung nur in Communitys" - während des gesamten Leseprozesses hätte ich am liebsten geschrieen und um Hilfe gerufen. So würden Menschen schreiben, die zum ersten Mal Marsmenschen sehen. Der unsägliche Text ist hier als pdf herunterladbar.

In jedem Sinnabschnitt ein Widerspruch

Communities in Deutshcland

Vor dem "Web 2.0″ sei der "populärste Dienst des Internets", das "WorldWideWeb" durch "Passivität" geprägt gewesen, "nur in Ausnahmefällen steuerte der Internetnutzer selbst Inhalte, in Form einer eigenen Homepage bei." Vier Zeilen später: "Möglichkeiten zum aktiven Austausch oder zur Beteiligun boten sich den Onlinern dabei schon vor dem Aufkommen des Web 2.0. Internetdienste wie Chats, Foren oder die E-Mail-Funktionalität sind traditionelle Säulen des Online-Mediums. "

Schon hier wusste ich nicht, ob ich noch lachen, oder schon weinen sollte. Abgesehen davon, dass sie in der Einleitung zwei gegenteilige Behauptungen gleichzeitig gelten lassen, mischen sie alles mit allem, vergleichen alles mit jedem und - das zieht sich durch den gesamten Artikel - definieren nie, wovon sie eigentlich sprechen. Wenn sie etwas definieren, dann hat man das Gefühl, sie haben nie verstanden, wovon sie da eigentlich schreiben.

Das fängt bei den Zitationen an, die mal http://www.wikipedia.de angeben und mal richtig http://de.wikipedia.org. Das mag wie ein Detail erscheinen, es ist aber eine Ungenauigkeit, die sich durch jede Benennung und jedes Zitat zieht. Und es endet mit einer komplett nebulösen Definition von "Mitmachangeboten", die eine Online-Enzyklopädie neben ein Business-Network wie Xing stellt, weil bei beiden die Inhalte von den Usern kämen.

Trends schlicht verschlafen

Zur Logikschwäche der Einleitung kommt soziologische Deutungsschwäche, die ich mir nur mit zu-Kreuze-Kriechen vor dem Auftraggeber erklären kann. da wird etwa berichtet, dass 35 Prozent der Befragten zumindest etwas interessiert an Mitmachangeboten seien. Dieses eine Drittel der Engagment-Bereiten, wird so interpretiert: "Der Wille, sich aktiv mit einzubringen, ist unter den Onlinern bislang allerdings nur wenig ausgeprägt."

Wohlgemerkt: Ein Drittel würde mitmachen! 21 Prozent aller User (und 61 Prozent aller 14- bis 19-jährigen) haben mindestens bei einem privaten Social Network ein eigenes Profil. Was soll denn da noch für eine Zahl stehen, bis die Schnarchzapfen vom Lean-Back-Medium Fernsehen ihre Zuschauer als Potential erkennen. Es kommt noch toller, denn bei den nicht genauer spezifizierten "jungen Onlinern" ist die Mitmachbereitschaft schon bei 57 Prozent! Und da schreibt ein Unternehmensplaner des Senders, dass keiner mitmachen will!

Ich denke Sätze wie dieser können einen dann angesichts der absurden Widerlogik auch nicht mehr erschüttern: "Zwar zeigen die jüngsten Ergebnisse der ARD/ZDF-Onlinestudie, dass in Sachen aktiver Internetnutzung noch kein entscheidender Umdenkprozess
bei den Onlinern stattgefunden hat, die Nachfrage nach Web-2.0-Anwendungen ist seit der letzten Erhebung allerdings – teilweise deutlich – gestiegen."

Stochern im Nebel

Schlaf weiter, öffentlich-rechtliches Milliarden-Grab! Du stehst einer Welt gegenüber, die dich ratlos lässt. In die Du mit deinem Messfühler stocherst, ohne auch nur zu ahnen, wie du die Funde da draußen aus dem Nebel in dein kulturelles Wissen einsortieren sollst.




Freiheit im Paschim Express

Im Rückblick bleibt ein Tag als einer der glücklichsten in meinem Leben hängen. Knapp 1400 Kilometer im Paschim-Express durch den Norden auf Schienen durch Indien zu rollen. 23 Stunden Freiheit, Staunen, Faszination.

Thomas KasparUnfassbar: Die New Delhi Railway Station ist so überfüllt, laut, drückend, dass ich mir vorher nicht vorstellen konnte, auch nur herauszubekommen, wo ich hinmuss. Es ist ganz einfach. Da hängt eine Anzeigentafel und auf der steht das Gleis in englischer Sprache. Auf dem Bahnsteig gibt es dann ein abgewracktes Brett mit allen Registrierungen . Und da stand auf einem Lochpapierausdruck mein Name. Wow, die Schutzblase, die mich sanft auf allen meinen Wegen durch Indien umhüllt hat, platzte auch da nicht. Mit drei Minuten Verspätung rollt der Paschim-Express ein, ich steige ein, gehe in mein Abteil, zeige meinen Pass - und üfr gute 30 Euro ist mein Erste Klasse Air Condition Ticket gültig. In München via Internet gebucht und bezahlt, klappt hier alles.

Mein Abteil - 1. Klasse Paschim Express

Mein Abteil erinnert an das Kunstleder-Kabinett eines alten DDR-Wagens ist gekühlt und angenehm. Mein Mitreisender ist der Außenhandels- Vertreter einer Schweizer Firma für Textilmaschinen- Fabrik und gibt mir gleich mal einen Crash-Kurs in indischer Marktmentalität. Dann rollt der Zug an.

Welche Freiheit!

mein fruehstueckMan stelle sich vor, man würde in einem deutschen Zug bei voller Fahrt die Zugtür öffnen, seine Beine raushängen, eine Pfeife anzünden und dabei fotografieren? Im Paschim-Express war dies problemlos möglich. Mein Problem, wenn mich der Windstoß eines entgegenkommenden Zuges beinahe herausgerissen hätte. Meine Verantwortung, wenn ich unkonzentriert war, als ich dem Schaffner das Mini-Geld für die Thermoskanne Chai-Tee gab. Viel mehr braucht es nicht, um glücklich zu sein.

Indien mit 80 km/h

Städte und Bahnhöfe, Menschen und Wasserbüffel, Flüsse und Meerengen, Leben und Tod, Slums und Vortidyllen, Regenwald und Reisfelder, Arm und Reich, Land und Rush Hour - das waren 23 Stunden Intensivkurs quer durch Indien. Ich behalte es in meinem Herzen und hänge Euch ein paar Bilder ein. Vergesst nicht mit dem Zug zu fahren, wenn Ihr in Indien seid!

HitzeÜberfüllung

Slums üebrallReisfelderDie Meerenge vor MumbaiSurat




text Zurück aus Indien - eine Woche danach
Tue, 22 Jul 2008 19:07:39 GMT

Ihr Lieben,

wie verschieden die Welten doch sind. am Rande der Slums in Delhi hatte ich eine MBit Wi-Fi-Leitung, in Mumbai klappte es mit dem Web auch im Luxushotel so gar nicht.

Zurück aus Indien, war ich erst einmal ausgefallen. Ich bekam so schweren Durchfall, dass auch mein Hirn ermattet war. Es könnte auch daran gelegen haben, was ich am Flughafen in Mumbai oder im Flugzeug gegessen hatte. Denn erstens waren das die einzigen Mahlzeiten, nach denen ich mir keinen Schluck Gin aus meinem Indien-Flachmann gegönnt hatte.

Immer dabie in IndienUnd zweitens sagt man ja, dass man - über die Klobrille gebeugt - sehr genau vor seinem inneren Bild vor Augen hat, warum man nun just an dieser Stelle aktiv ist. Leider war ich ein Opfer des Catering-Streiks am Mumbaier Flughafen geworden und bekam ein improvisiertes Mahl auf dem Rückflug - offensichtlich zu viel für meinen Magen, der sich mit drei Tagen Latenzzeit dann eine Auszeit nahm.

Ich hole nun im Zeitraffer die Erlebnisse hier nach, damit ich endlich zurück zu den Community-Themen kommen kann und das Offtopic hier beende.




Mit den Hotelmanagern vor dem Hotel Ajanta in DelhiDas Hotel Ajanta in Delhi zu loben, ist eigentlich langweilig. Lonely Plantet, Baedecker - alle empfehlen es als eines der besten preiswerten Hotels in Delhi. Ich kann mich dem nur anschließen. Das Hotel liegt perfekt dank seiner Nähe zur New Delhi Railway Station (von der ich gleich aufbreche). Zudem sind es nur wenige Rupien bis zum Connaught Place, dem Herz der Stadt.

Für mich hatte das Hotel verschiedene andere Vorteile. Ich bekam hier für extrem wenig Geld eine ausgezeichnete vegetarische Speisekarte vorgesetzt. Noch wichtiger: Da das Hotel international so bekannt ist, steuern es viele Weltenbummler an. Die trifft man auf der Dachterasse oder im schönen Restaurant zum Plausch. Von diesem Hafen aus steuern sehr viele, sehr interessante Menschen hinaus in die asiatische Welt. So einfach bekommt man nicht noch einmal so interessante Menschen auf dem Präsentierteller serviert. Dank der sich immer wiederholenden internationalen Bedürfnisse sind alle Services im Hotel unaufdringlich optimal auf die Wünsche der (Rucksack-)Touristen abgestellt.

Von Häfen und Aufbrüchen

Um das Thema Hafen noch einmal aufzugreifen. Eines meiner Lieblingszitate stammt vom amerikanischen Autor John A. Shedd: "A ship in harbour is safe - but that is not what ships are for." Übersetzt: Ein Schiff im Hafen ist sicher - aber dafür sind Schiffe nun mal nicht gebaut. Das Hotel Ajanta war mein Hafen im Aufbruch zur ersten Indien-Reise. Basisstation, Versorgungsdepot, Ruhestätte, Treffpunkt. Ein Ort, von dem man gut gerüstet aufbricht, aber auch immer wieder gerne zurückkommt.


Wie sehr mögen Inder Bollywood-Filme?

Es wäre nicht nötig gewesen, dazu am Samstagabend in eines der Kinos der allgegenwärtigen PVR-Multiplex-Gruppe oder in das altehrwürdige Real Theatre zu gehen. Doch dort wird die Verehrung für indische Filmstars und die Sucht nach den neusten Produktionen der Filmindustrie Mumbais am deutlichsten. Schlangen aus Menschen versuchen noch Karten für einen der beiden derzeitigen Top-Filme zu kommen. Dieser Part von Mumbai ist gut gekleidet und noch besser gelaunt.

"Love Story 2050″ (siehe Trailer) ist in ganz Delhi ausverkauft. Trailer und Plakate penetrieren Stadt und TV-Kanäle. Der Aufbau dieses Films folgt dem Aufbau so vieler anderer. Die Stars tanzen zu irgend einer Rahmengeschichte, diesmal zu einer Kopie von "Das Vierte Element". Für Westler wirkt gerade die stets vorhandene männliche Bewegungserruption bizarr. So, als ob im Po der Hauptfigur ein Räucherstäbchen entzündet wurde.

Bollywood ist keine Hollywood-Kopie

Diese Fremdheit des Tanzes macht aber nur eines deutlich. Eine Milliarde Inder leistet sich einen eigenen Unterhaltungs-Geschmack und läuft nicht blind einer Kopie westlichen Entertainmenst hinterher. Beim Cricket merkt man noch deutlich die Prägung durch die Zugehörigkeit zum britischen Commonwealth. Beim Film, dem Unterhaltungsmedium Nummer eins für die Inder, gehen sie aber komplett eigene Wege.

Dabei variieren die Filme je nach Genre stets bestimmte Muster, die einfach zu dechiffrieren sind und bestimmte fast symbolische Zeichen bedienen. Das ist bei US-Maistream-Streifen nicht anders, nur dass hier in Indien die Frauen freizügiger gekleidet sind und dafür Gewalt nahezu außen vor bleibt. Nicht nur in dieser Hinsicht bin ich gerne in Indien. Bei Love Story 2050 hat der Sohn eines bekannten Regisseurs sein Debut hingelegt, er darf es also wagen, die Kulissen für die gleiche Handlung austauschen.

Die wichtigen Filme sind allesamt in Hindi gedreht, allerdings ist es lustig zu hören, wie mitten in einem unverständlichen Film plötzlich englisch gesprochen wird - als Bonmot oder als Hochsprache. Superstars wie die ehemalige Miss World Priyanka Chopra sind im Land derart berühmt und verehrt, dass ich mich schon jetzt auf die Wallpaper-Collection dazu freue.


Wie sehr mögen Inder Bollywood-Filme?

Es wäre nicht nötig gewesen, dazu am Samstagabend in eines der Kinos der allgegenwärtigen PVR-Multiplex-Gruppe oder in das altehrwürdige Real Theatre zu gehen. Doch dort wird die Verehrung für indische Filmstars und die Sucht nach den neusten Produktionen der Filmindustrie Mumbais am deutlichsten. Schlangen aus Menschen versuchen noch Karten für einen der beiden derzeitigen Top-Filme zu kommen. Dieser Part von Mumbai ist gut gekleidet und noch besser gelaunt.

"Love Story 2050″ (siehe Trailer) ist in ganz Delhi ausverkauft. Trailer und Plakate penetrieren Stadt und TV-Kanäle. Der Aufbau dieses Films folgt dem Aufbau so vieler anderer. Die Stars tanzen zu irgend einer Rahmengeschichte, diesmal zu einer Kopie von "Das Vierte Element". Für Westler wirkt gerade die stets vorhandene männliche Bewegungserruption bizarr. So, als ob im Po der Hauptfigur ein Räucherstäbchen entzündet wurde.

Bollywood ist keine Hollywood-Kopie

Diese Fremdheit des Tanzes macht aber nur eines deutlich. Eine Milliarde Inder leistet sich einen eigenen Unterhaltungs-Geschmack und läuft nicht blind einer Kopie westlichen Entertainmenst hinterher. Beim Cricket merkt man noch deutlich die Prägung durch die Zugehörigkeit zum britischen Commonwealth. Beim Film, dem Unterhaltungsmedium Nummer eins für die Inder, gehen sie aber komplett eigene Wege.

Dabei variieren die Filme je nach Genre stets bestimmte Muster, die einfach zu dechiffrieren sind und bestimmte fast symbolische Zeichen bedienen. Das ist bei US-Maistream-Streifen nicht anders, nur dass hier in Indien die Frauen freizügiger gekleidet sind und dafür Gewalt nahezu außen vor bleibt. Nicht nur in dieser Hinsicht bin ich gerne in Indien. Bei Love Story 2050 hat der Sohn eines bekannten Regisseurs sein Debut hingelegt, er darf es also wagen, die Kulissen für die gleiche Handlung austauschen.

Die wichtigen Filme sind allesamt in Hindi gedreht, allerdings ist es lustig zu hören, wie mitten in einem unverständlichen Film plötzlich englisch gesprochen wird - als Bonmot oder als Hochsprache. Superstars wie die ehemalige Miss World Priyanka Chopra sind im Land derart berühmt und verehrt, dass ich mich schon jetzt auf die Wallpaper-Collection dazu freue.


text Delhi, Teil 9: Ready for Paschim Express
Sat, 05 Jul 2008 13:03:25 GMT

Paschim Express

So langsam packt mich das Reisefieber wieder. Morgen breche ich auf und fahre mit dem Paschim Express (Foto oben) nach Mumbai. Die Strecke habe ich auf meiner TripAdvisor-Map bei Facebook markiert - sofern all die kleinen Haltestellen überhaupt anwählbar waren.

Dummerweise habe ich zwei Dinge getan. Erstens habe ich mir vorab die New Delhi Railway Station um die Ecke meines Hotels schon mal angeschaut. Oh mein Gott, wie soll ich bei diesen Massen und über 40 Gleisen morgen meinen Zug finden? Zum Glück ist nie ein Zug pünktlich, kann also sein, dass ich einige Stunden auf dem Gleis stehe und warte. Wenigstens verpasse ich so den Zug nicht…
New Delhi Railway Station

Dummheit Nummer Zwei: Ich habe gegoogelt, was man so im Paschim Express erlebt. Stellvertretend für viele fand ich den Bericht eines Mumbaiers. Die Bildunterschrift zu dem von dort geklauten Foto (ganz oben) "31 hours of torture". Das stimmt mich hoffnungsfroh, dem indischen Lebensgefühl wieder ein Stück näher zu kommen. Die Differenz zu den 24 Stunden Fahrzeit in meiner Beschreibung erklärt sich ganz einfach: Auch in Indien ist genau wie in Deutschland kein Zug pünktlich, nur arbeiten die Inder in diesem Punkt etwas effektiver.

Heute gehe ich erstmal ins Kino. Auszittern vor morgen.


text Delhi, Teil 8: Was ist eigentlich Ironie?
Fri, 04 Jul 2008 17:13:13 GMT

Delhi - superleise Air Condition

Ich mag Ironie. Vor allem, wenn sie unfreiwillig ist. Etwa den Hinweis "High Power - Super Quiet" auf der Klimaanlage in meinem Hotelzimmer. Immerhin kühlt sie mein Zimmer bis in die Minusgrade eines niederbayerischen Schlachthofs. Zu Beginn habe ich sie noch gehört, ebenso wie die ewig hupende Stadt da draußen, die Handwerker, die ob der großen Hitze erst ab 17 Uhr Ortszeit damit beginnen, das Zimmer nebenan mit Hammer und Meißel zu renovieren.

Ich habe viele ironische Details gesammelt. Das "Highend" Internet-Cafe, in dem sich noch ein echter monochromer Bildschirm befindet (Ein Paradies für Coder). Der Kabelbaum vor einem Hotel, das mit "Continental Standard" wirbt. Oder die vielen Details am Wegesrand. Den Eierverkäufer, der inmitten von Schlamm und Baumüll seine salmonellenbedrohte Ware anbietet. Die Schulkinder in gepflegter Uniform, die auf die offene Rampe eines Lasters springen und dicht gedrängt heimfahren. Der aberwitzige Verkehr auf der "Hauptstraße".

Paradies für Coder - Internet-Cafe in DelhiStromleitung in DelhiEierverkäufer in DelhiSchuljungs in Uniform in DelhiTypische Verkehrssituation in Delhi

Schaut Euch einfach die Bilder an, Ihr werdet einen kleinen Eindruck bekommen. Und bitte schließt Euch wenn meinem ausschließlich liebenden, nie hämischen Lachen an. Denn die Menschen in den Läden und Cafes, hinter Ständen und auf Baustellen sind allesamt so freundlich, wie ich es noch selten erlebt habe.

Was kommt nach dem Lachen?

Mit der Zeit macht diese Suche nach Details aber gar keinen Spaß mehr. Ich höre keinen Lärm, ich sehe keinen Schmutz, ich rieche keinen Smog und keine Fäkalien mehr. Ich lasse mich in Delhi treiben und gehe mit ihm und seinen Menschen in einem Strom der Freundlichkeit auf. Mein Blick auf die absurden Kontraste zwischen Arm und Reich, zwischen marmornen West-Hotels und im Kot schlafenden Familien verliert ein wenig an Fokus, nimmt statt der herangezoomten Details mehr den Weitwinkel einer seltsamen, seltsamen berührenden Stadt auf. Und mit der Schärfe verliert sich auch die Ironie, die nur aus dem Kontrast zwischen unserem Leben dort und dem Leben hier entsteht.

Delhi ist eine Reise wert, nur sollte man sich die Zeit nehmen und sich auf verschiedene Brennweiten einlassen.


Natürlich schaue ich hier auch fern. Schon allein, um Cricket zu verfolgen. Aber ich zappe mit großem Vergnügen durch Dutzende Kanäle, um das Leben in Indien zu verstehen. Es gibt kaum Gewalt im indischen Fernsehen - von den Nachrichten mal abgesehen. Und es gibt keine 0190-Werbung. Schauspielerinnen und Sängerinnen sind aufreizend zu sehen, aber Erotik ist tabu.

Wirklich Spaß macht die selbstironische Werbung, für die offensichtlich gerade ausländische Marken viel Geld ausgeben. Ich habe bei Youtube mal einige meiner Spots ausgesucht. Alle kommen ohne Sprache aus, also keine Angst vorm Anklicken.

(more…)


text Delhi, Teil 6: Chip rules!
Fri, 04 Jul 2008 11:55:59 GMT

Chip-Magazin am Connaught Circus in DelhiHeute frühe gebe ich mir soviel Westen wie möglich. Ich schlendere am Connaught Circus an den Schaufenstern voll westlicher Marken entlang. Wachen sorgen dafür, dass nur das richtige Personal in die Shops darf.

Aus meiner Langeweile befreit mich ein Besuch in einem Buchshop, der sich auch als Zeitschriften-Laden erweist. Der sehr ehrenwerte B.S. Branabonava muss nicht lang suchen, als ich ihn nach dem CHIP Magazin von Indien fragen. Er deutet einfach nach hinten. IT-Magazine sind offensichtlich so gefragt, dass sie einen besonderen Platz in der Auslage bekommen. Den Rest muss man suchen.

Wie sehr ich diese Marke mag, merkt Ihr daran, dass ich aus Versehen auf das Magazin scharf gestellt habe und den armen Verkäufer im Unscharfen ließ. Ich packe das Foto doch noch hier rein. Danaben die PC World, die in Indien mit CHIP-Rot im Logo arbeitet.

Mehr deutsche Werbung gibt es um die Ecke. Autobild India pflastert die Kioske zu. Auch wenn es Konkurrenz ist, fühle ich mich doch wirklich heimisch, als ich das deutsche Layout 1:1 übernommen mit indischen Kleinstwagen-Fotos gefüllt sehe.

Autobild-Werbung an einem Kiosk in Delhi


text Delhi, Teil 5: Klimawandel mal anders
Thu, 03 Jul 2008 21:21:27 GMT

Die Delhi Times meldet heute, was ich mir kaum vorstellen kann. Noch nie in der 108-jährigen Geschichte meterologischer Aufzeichnung hat Delhi so einen kalten Juni erlebt. Nur 35,0 Grad im Durchschnitt! 1925 war es mit durchschnittlich 35,2 Grad zum letzten Mal so kalt. Ich jedenfalls bin auch noch 2008 die ersten Tage innerhalb von vier Minuten schweißnass, sobald ich das gekühlte Hotel verlasse.


text Delhi, Teil 4: Vom Seil und der Schlange
Thu, 03 Jul 2008 17:11:53 GMT

Altar am WegesrandEine meiner liebsten buddhistischen Lehrgeschichten ist jene von der Schlange und dem Seil. Ein Mann geht in die Höhle und fürchtet sich sehr, denn er sieht eine Schlange. Erst als Licht den Raum erhellt, erkennt er, dass es sich um ein Seil handelt, und seine Angst der Unwissenheit entsprang. Ich erspare Euch alle weitere buddhistische Deutung und verwende dieses Bild nur als kleine Metapher für meine Suche nach dem richtigen Hinsehen. Ich nehme mir also viel Zeit, um zumindest bei einigen Täuschungen etwas Licht einzubringen.

Noch nicht einmal den Höhleneingang habe ich zunächst für die überbordende Verehrungskraft der Inder gefunden. Ich habe sehr großen Respekt vor der Religiösität, deswegen fände ich es unpassend, sie im Bild zu zeigen. Mein Wort muss Euch reichen.

Religiöse Toleranz - Schlange oder Seil?

Es ist schwer, angesichts der religiösen Vielfalt in Indien nicht zu romantisch zu werden und zu behaupten, dass die 80 Prozent Hindus friedlich zusammen leben mit den 13 Prozent Muslimen, zwei Prozent Christen und Sikhs und Minderheiten wie Buddhisten, Parsen, Juden und so weiter. Daniela, die seit Jahren aus Indien schreibt, weist in einem klugen Blogbeitrag darauf hin, "Bombay ist tot". Sie sieht entlang ihres Seils des langjährigen Aufenthalts in diesem Land leider zunehmende Intoleranz bis hin zu bewaffneten Konfilten. Die alte Kultur des kosmopolitischen Weltoffenheit und Freiheit sei am schwinden. Ich selbst erlebe das nicht so, mich beschützt die Naivität des Neulings.

Zwei Begegnungen mit China in Indien

Ich finde einen buddhistischer Tempel mit einem wunderschönen Buddha, dessen Hände das Dharmachakra-Mudra bilden. Im Westen kommen wir mit Buddhismus selten über den Diamantweg Ole Nydhals in Kontakt, dafür ist der tibetische Buddhismus in Person des Dalai Lama längst Op ernfoyer-fähig. Hier in Delhi wird er gelebt in einer Form, die mir trotz Vorbildung komplett fremd bleibt. Der Hüter des Tempels erzählt mir von den alten chinesischen Meistern, die den Buddhismus erforschten und eine tiefe Tradition begründet haben, China zur Hochburg des Buddhismus gemacht haben, bis auch dieses Opium des Volkes nicht mehr zugelassen wurde. Er schenkt mir ein wunderbares Buch mit Unterhaltungen von Chih I, Tien Ju und Thich Tien Tam.

Eine Wand erinnert an vermisste Tibeter in ChinaWesentlich vertrauteres Terrain betrete ich, als ich nach langem Irren das Ladakh-Kloster am Ufer des Yamuna-Flusses betrete. Welche Offenheit, welche Freundlichkeit. Mein Tibetisch ist ein wenig unzureichend, doch in weiter Ferne so nah, gelingt uns unaufgeregt und intensiv die Verständigung. Während die Mönche komplett unpolitisch sind, ist das Kloster umringt von Hinweisen auf vermisste und vertriebene Tibeter in China. Eine der vielen Paradoxien der Welt: In Delhi wird der chinesische Buddhismus rein bewahrt, den in China niemand mehr offen lebt. In der gleichen Stadt, wenige hundert Kilometer südlich vom Exil des Dalai Lama lebt auch der tibetische Buddhismus weiter.

Die Heilige Maria hinter Gittern

Mit großen Augen fallen mir immer öfter die kleinen Schreine am Straßenrand auf. Unser Hotelpersonal baut einen kleinen Altar jeden Tag auf. In jedem Taxi oder Tuktuk finden sich hinduistische Gottheiten oder verehrte Meister.

Das letzte Mal, dass ich so etwas Durchgeknalltes Intensives gesehen habe, war im italienischen Wallfahrtsort Loreto. Die Frömmigkeit in Altötting war sehr ungewöhnlich, als Bayer konnte ich die Verdichtung der Volksfrömmigkeit am Kapellplatz noch verarbeiten. Die katholische Verehrung in Loreto, der Stadt nahe Ancona war einfach nur derart crazy, so was habe ich im säkularisierten Westen noch nie gesehen. Heute würde ich sagen: Ein Stück Indien in Westeuropa, nur ließen die Pilger die Schuhe an und pinkelten nicht hinter die Kirche.

Delhi mit MariaA propos Katholiken. Ich habe auch die St. Anthony’s Church neben meinem Hotel besucht. Als einziger Tempel, wenn ich mal die Kirche so über einen spirituellen Kamm scheren darf, als einziger Tempel war das Haus der Christen nicht offen, sondern mit schweren Gittern gesichert. Nur am Sonntagmorgen kann man während der Messe vor den Altar treten. Die schöne Marienstatue, die Ihr im Bild seht, steht hinter Glas hinter einem schweren Gitter. Nur über den Zaun könnte man Blumen werfen, was auch einige getan haben - entsprechend ziellos und verwelk liegen sie da. Der Hausmeister der Kirche begrüßt mich freundlich, will mich aber nicht die Kirche besichtigen lassen. "Sunday, english also", erklärt er mir.

Und noch einen Unterschied gibt es. Zu allen Heiligtümern bringen die Menschen Blumen und Geschenke in überborderdendem Maße. Sie stecken Geldscheine hinter das Glas des goldenen tibetischen Heiligtums oder stapeln Rupien neben die Räucherstäbchens zu Füßen Sai Babas . Ich verweile einen Moment vor dem Gitter Marias. "Donation!" Meine sich berührenden Hände stören den Hausmeister nicht. "Donation", platzt er in meine Kontemplation und deutet auf den Schlitz an der Tür im Mariengitter. Ich werde ihm etwas geben, wenn ich wiederkomme, sage ich ihm. Doch warum sollte ich an diesen Ort wiederkehren?

Indien pur: Hindus und Sai Baba

Nach dem Besuch des Tibet House Museum in der vornehmen Lodi Road biege ich noch nach rechts um die Ecke und komme aus dem Staunden nicht mehr heraus. Es ist kein Schuhladen, was ich da sehe, sondern die Aufbewahrungsstelle für die Fußbekleidung der Pilger. Neben der schrumpeligen Alten geht auch der Geschäftsmann mit Laptop-Tasche schnell in der Mittagspause in den Tempel des weisen Alten. Nach einer Bombendrohung Mitte Mai muss jeder Besucher einen Metalldetektor-Rahmen passieren (ja, Daniela, du hast Recht). Im Tempel sitzt Sai Baba in der charakteristischen Haltung mir dem rechten Fuß auf dem linken Knie. Minutenlang bewegt er sich nicht, dann segnet er einen humpelden Besucher. Verwirrende Veranstaltung.

Ich besuche den Vishnu-Tempel, den eine Industriellen-Familie vor 70 Jahren bauen ließ. Darin leben zahlreiche Hindus, die den Lakshmi Narayan Tempel bis auf den letzten Staubkrümel sauber halten. Kinder tollen entlang des Hauptaltars, in zahlreichen wunderschönen Nebenkammern werden Götter und Heilige verehrt, von denen ich noch nicht einmal ahne, was sie bedeuten. Doch die Fülle an Farben, Blumen und Fröhlichkeit lässt mich auch so dauerhaft lächeln.

Was ist Fremde? Was ist Nähe?

Mir bleibt ein paradoxes Fazit: Ich habe mich viel mit Buddhismus in Deutschland beschäftigt, aber hier bleibt nahezu alles fremd und unverständlich. Doch obwohl ich kein Tibetisch kann, fühlte ich mich wohl und aufgehoben. Sofort erkannt und entschlüsselt habe ich meine abendländische Symbolik an der christlichen Kirche. Und doch war es kein zu Hause.