Berlin. Nach dem Rückzug von Oskar Lafontaines läuft der Machtkampf bei der Linken völlig aus dem Ruder. Parteivize Katja Kipping und die nordrhein-westfälische Landeschefin Katharina Schwabedissen wollen als weibliche Doppelspitze für einen Generationswechsel in der Parteiführung sorgen. Linke-Chef Klaus Ernst schlug dagegen Lafontaines Lebensgefährtin Sahra Wagenknecht für die neue Führung vor. Die scheint eine Kandidatur nicht mehr auszuschließen. Einen Durchmarsch von Fraktionsvize Dietmar Bartsch wird es jedenfalls nicht geben.
Düsseldorf. Armin Laschet, bisher Vize der NRW-CDU, soll Medienberichten zufolge neuer Chef der Landespartei werden. Karl-Josef Laumann soll demnach Fraktionsvorsitzender im Düsseldorfer Landtag bleiben. Offiziell gab es von der Partei dazu am Abend zunächst keinen Kommentar. Die Kandidatenfrage soll an diesem Donnerstag bei einer Landesvorstandssitzung der CDU festgezurrt werden. Der künftige CDU-Landesvorsitzende soll voraussichtlich auf einem Parteitag am 30. Juni bestimmt werden.
Kairo. Richtungswahl in Ägypten: Mit einem Ansturm auf die Wahllokale hat in Ägypten die erste demokratische Präsidentenwahl in der Geschichte des Landes begonnen. Die Wahllokale blieben bereits am ersten Wahltag wegen des großen Andrangs eine Stunde länger offen. Mehr als 50 Millionen Ägypter sind aufgerufen, bis morgen Abend aus zwölf Kandidaten einen Nachfolger für den im Februar 2011 gestürzten Langzeitmachthaber Husni Mubarak zu bestimmen. Nach letzten Umfragen wird kein Kandidat die absolute Mehrheit erreichen, so dass eine Stichwahl fällig wird.
Brüssel. Die Griechen müssen nach dem Willen der EU-Staats- und Regierungschefs ihre Sparzusagen erfüllen, um langfristig den Euro zu behalten. Die Staatenlenker wollten bei ihrem Sondertreffen in Brüssel auch eine Erklärung abgeben, wonach Griechenland in der Eurozone bleiben solle, berichteten Diplomaten. Die Unsicherheit vor den Neuwahlen am 17. Juni belastete das Treffen erheblich. Die «Chefs» kamen am Abend zusammen, um über mehr Wachstumschancen für Europa zu beraten. Streit gibt es zwischen Deutschland und Frankreich über gemeinsame Anleihen der Euroländer.
Berlin. Deutschland kann sich an dem Milliardenprojekt der Nato zur Bodenüberwachung aus der Luft beteiligen. Der Haushaltsausschuss des Bundestages billigte nach Angaben von Teilnehmern einen Beschaffungsvertrag über mehr als 25 Millionen Euro zum Aufbau eines durch unbemannte Super-Drohnen gestützten Überwachungssystems. Die USA, Deutschland und elf weitere NATO-Staaten wollen fünf unbemannte Flugzeuge anschaffen, mit denen Truppenbewegungen am Boden verfolgt werden können.
Debrecen. Auf Paul Biedermann ist weiter Verlass. Zum dritten Mal nacheinander schwamm Weltrekordler Biedermann zum EM-Titel über 200 Meter Freistil. Doppel-Olympiasiegerin Britta Steffen verfehlte bei der EM in Debrecen hinter der Schwedin Sarah Sjöström den Sieg über 100 Meter - sie schlug als Zweite an
Berlin. Linken-Chef Klaus Ernst hat sich nach dem Rückzug von Oskar Lafontaine für dessen Lebensgefährtin Sahra Wagenknecht als Parteichefin ausgesprochen. Sie habe Ausstrahlung weit über die Partei hinaus, sagte Ernst der «Süddeutschen Zeitung». Ernst hatte zunächst die Kandidatur Lafontaines unterstützt. Die stellvertretende Parteivorsitzende Wagenknecht scheint eine Kandidatur für die Parteispitze nicht mehr auszuschließen. Sie hoffe, dass diese Variante nicht notwendig sein werde, sagte sie der dpa.
Debrecen. Paul Biedermann ist zum dritten Mal nacheinander Europameister über seine Paradestrecke 200 Meter Freistil. Der Weltrekordler schlug bei der EM in Debrecen vor dem Franzosen Amaury Leveaux und dem Ungarn Dominik Kozma an. Biedermann holte die dritte deutsche Goldmedaille dieser EM, bei der allerdings einige große Namen fehlen.
Frankfurt/Main. Schwache Wirtschaftsdaten aus Italien und die anhaltenden Sorgen um die Zukunft Griechenlands in der Eurozone haben dem deutschen Aktienmarkt einen herben Rückschlag eingebrockt. Kurz nach Beginn des Sondergipfels der EU büßte der Dax 2,33 Prozent auf 6285,75 Punkte ein. Der Kurs des Euro fiel indes unter die Marke von 1,26 US-Dollar und notierte zuletzt bei 1,2571 Dollar.
Damaskus. In Syrien haben die Aufständischen nach eigener Darstellung einen Mordkomplott im engsten Führungszirkel um Präsident Baschar al-Assad ausgeführt. Demnach haben Regimegegner angeblich den Schwager Assads, Sicherheitschef Asef al-Schawkat, vergiftet. Syrische Regimegegner in der Türkei behaupteten außerdem, dass mit Hafis Machluf ein weiterer Cousin des Präsidenten zu Wochenbeginn in Damaskus getötet worden sei. Eine offizielle Bestätigung gibt es nicht. Das syrische Regime bemüht sich seit Tagen, Spekulationen über Gifmorde im Krisenstab des Präsidenten zu entkräften.






Index


